Jen Gloeckner: Dritte Platte „VINE“ – Album-Review

Nach „Miles Away“ (2004) und „Jen Gloeckner’s Mouth Of Mars“ (2010) hat US-Ausnahmekünstlerin Jen Gloeckner mit „VINE“ vor Kurzem ihr drittes Album herausgebracht.

Und dieses 11 Tracks starke transzendentale Werk kann man nicht einfach mal so nebenbei hören, sondern muss das zelebrieren: also für eine entsprechende Atmosphäre einfach einmal ein paar Kerzen an, dunkleres Licht und Kopfhörer auf.

„Träumerisch, der Welt entrückt, hypnotisch und cinematisch“ sind dann auch die Wörter, die die Stimmung der sehr persönlichen, düsteren Songs auf der Platte am besten zusammenfassen können. Diese wurden übrigens von Jen Gloeckner in ihrem Schlafzimmer aufgenommen, was angesichts der variantenreichen, groß daherkommenden Soundlandschaft der Songs beeindruckt. Dabei waren unter anderem John Ashton (Psychedelic Furs), Henry Padovani (ursprünglicher Gitarrist und Gründungsmitglied von The Police) und Angela Mattson (In The Valley Below) beteiligt. Der Sound von „VINE“ hört sich dann auch wie eine Mischung aus Stevie Nicks und Lana Del Rey an, wobei immer einmal der Einfluss der Ersteren oder der Letzteren zu dominieren scheint.

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Erinnerungen an Stevie Nicks werden vor allem bei den Songs „Prayers“ und „Colors“ aber auch „Sold“ (dazu später noch mehr) geweckt, wobei „Blowing Through“ aber auch die von Musikkritikern zuvor schon hoch gelobten Stücke „Breathe“, „Counting Sheep“ und „Row With The Flow“ einen klaren Lana-Del-Rey-Einfluss erkennen lassen.

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Eine Art „Zäsur“ auf der Platte stellt der Track „Firefly (War Dance)“ dar, denn dabei handelt es sich um ein dramatisch-futuristisches, gleichzeitig aber auch an Stammestänze erinnerndes Elektro-Instrumentalstück, das als Soundtrack eines Films dienen könnte. Ein wenig „aus der Reihe“ fällt zudem der Song „Sold“, der leicht countrymäßig angehaucht ist. Die Platte zeigt insgesamt eine Sound-Experimentierfreudigkeit, die einer Künstlerin wie Björk entspricht.

Fazit: „VINE“ von Jen Gloeckner (hier auf Spotify und itunes erhältlich) ist für alle Musikliebhaber genau das Richtige, die für etwa 40 Minuten in eine andere, träumerische Welt entfliehen wollen, in der die Tracks soundmäßig nicht nur einfach mal so nacheinander „dahinplätschern“, sondern bei denen es zwischendurch auch ein wenig mehr zur Sache gehen kann.

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