Aus Finnland kommt einer der spannendsten und vielversprechendsten Newcomer der Pop­szene für 2020: Sänger und Songschreiber Tomi Saario. Dieser ist 27 Jahre jung, lebt mittlerweile in London und hat gerade seine Ohrwurm-Debütsingle „Just A Little“ inklusive unwiderstehli­chem Mitsing-Chorus herausgebracht. Eine ebenfalls empfehlenswerte Akustik-Version gibt es obendrein.

Mit einem Onkel, der der erfolgreichste Songwriter in Finnland ist, liegt das Musiktalent ganz offensichtlich bereits in der Familie. Schon mit fünf Jahren fing Tomi Saario dann auch an, Gitarre zu spielen, nachdem sein Onkel und sein Vater ihm eine Akustikgitarre kauften und ihn in die Welt der Rock ’n‘ Roll Riffs einführten.

Mit sieben Jahren entdeckte er seine Liebe zum Blues und bringt diese auch in seinen Stücken zum Ausdruck. Da mischt er nämlich Popsongs- und -melodien mit Soul- und Blues-Elemen­ten zu seinem ganz eigenen Sound. Tatsächlich schrieb er seinen ersten Song jedoch erst mit 17 Jahren, weil er die Zeit zuvor eigentlich eine professionelle Fußballerkarriere im Auge hatte.

Im Interview mit music-allnew.com verriet Tom Saario, was schlussendlich den Ausschlag für die Musik gab, wie es war, mit Rapper Capital Bra für den Song „Dir zu liebe“ zusam­menzuarbeiten, wie sein Militärdienst – dieser ist in Finnland für Männer über 18 immer noch Pflicht – seine Musikkarriere beeinflusst und wie seine musikalischen Pläne aussehen.

Tomi Saario Cover

Du hast mit dem super eingängigen „Just A Little“ gerade einmal deinen ersten Song veröffentlicht und wirst schon jetzt als das „nächste große Ding“ in der Popmusik ge­handelt. Wie fühlt sich das an? 

Vielen Dank und ja, es ist sehr sehr aufregend, endlich meine Musik herauszubringen, nach­dem ich so lange so hart [daran] gearbeitet habe. Es hat lange gedauert, bis ich das Gefühl hatte, genug Dinge zu sagen zu haben. Es ist toll zu sehen, wie gut diese Worte und Melodien jetzt aufgenommen werden. Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, Künstlern, die ich liebe im Radio und Internet zuzuhören, deshalb ist es jetzt irgendwie verrückt, meinen eige­nen Track überall auf der Welt zu sehen.

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Du hast erst mit 17 angefangen, Songs zu schreiben und hattest zuerst eine professio­nelle Fußballkarriere im Sinn. Was hat dich dazu gebracht, deine Pläne zu ändern?

Ja, es war eines dieser verrückten Dinge. Ich habe Fußball total geliebt und habe das Glück gehabt, gegen Teams wie Real Madrid zu spielen aber sobald ich angefangen habe, Songs zu schreiben, wurde es für mich zu einem Selbstläufer, Vollzeit Musik zu machen. Es war weni­ger eine Wahl, sondern ein Bedürfnis in mir, immer mehr [Musik] zu kreieren.

Welche Künstler haben deine Musik am meisten beeinflusst? 

Ich habe als Blues-Gitarrist angefangen, daher ist Stevie Ray Vaughan eine riesige Inspiration dafür, wie ich an das Gitarrespielen herangehe. Meine anderen musikalischen Einflüsse sind John Mayer, D’Angelo und vor allem all die tollen Songwriter und Künstler, mit denen ich mich umgeben habe.

Wie gehst du an das Schreiben eines Songs heran? Fängst du mit der Musik oder dem Text an? 

Wenn es um Songwriting geht, gibt es keinen richtigen oder falschen Weg aber ich persönlich fange normalerweise immer mit der Musik an. Die Melodie und Musik bringen Wörter und Bilder in meinen Kopf und dann gebe ich mein Bestes um die Welt, die ich sehe, jedem ande­ren auf Papier zu beschreiben.

Du hast schon einen Song zusammen mit Capital Bra geschrieben („Dir zu liebe“) und darauf auch Gitarre gespielt. Mit welchem Künstler/in würdest du gerne noch zusam­menarbeiten? 

Ja das war eine der seltsamsten Sessions, die ich je hatte. Capital Bra ist ein Original! Es gibt haufenweise andere Künstler, mit denen ich gerne zusammenarbeiten würde aber momentan haben es mir Anderson .Paak, Labrinth, Lizzo, Charlie Puth, Jon Bellion, Rosalia und Lewis Capaldi sehr angetan! Um nur ein paar zu nennen… 

Du hast Militärdienst in Finnland absolviert und das als eine wichtige Erfahrung in dei­nem Leben beschrieben. Hatte diese Erfahrung auch irgendwelche Auswirkungen auf die Art und Weise, wie du an deiner Musikkarriere gearbeitet hast? 

Ja absolut. Ähnlich wie bei dem Umzug nach London hat mir der Militärdienst die erforderli­che Arbeitsmoral, die Fokussierung und die Hingabe beigebracht, um in etwas, was man wirklich will hervorragend zu sein. Er hat mir auch gezeigt, wie weit ich mich selbst pushen kann. Wie sich herausstellt, sehr weit!

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Du hast in London an einer Menge Open-Mic-Veranstaltungen teilgenommen. Würdest du das empfehlen und was ist dein Ratschlag für andere Newcomer, die versuchen, es in der Musikindustrie zu schaffen? 

Ja, ich habe an ein paar teilgenommen…tatsächlich waren es insgesamt über 1.000 in vier Jahren! Wenn du die U-Bahn-Karte in London wie die Westentasche kennen lernen willst, dann performe einfach bei jeder einzelnen Open-Mic-Veranstaltung, die du finden kannst. Ich würde Open-Mics sogar den am meisten etablierten Künstlern empfehlen, weil sie tolle Orte sind, um auszutesten, ob dein Song das hat, was er benötigt. Das Publikum dort ist voll von aufstrebenden Songwritern und Performern, daher lernt man auch, sich in diesem mehr inter­aktiven Set-up wohlzufühlen, wo die Menschen wirklich zuhören. Ich versuche immer, mich in allem zu verbessern. Es ist so wichtig, aktiv zu werden und Verantwortung für deine eigene Karriere zu übernehmen, um nicht auf jemand anderen warten zu müssen, der die Dinge für dich geschehen lässt.

Was sind deine musikalischen Pläne? Wird es bald eine EP / ein Album und vielleicht auch eine Tour geben? 

Ja, dieses Jahr wird eine EP [„I Think We Need To Talk …“, Anm. der Red.] herauskommen aber davor werden wir noch ein paar mehr Singles veröffentlichen. Es gibt auch einen Remix und eine tolle Akustik-Version von „Just A Little“ am 7. Februar zusammen mit einem neuen Video und dann einen tollen Remix von SJUR am 21. Februar. Hier und da habe ich schon ein paar bestätigte Auftritte, davon einen am 13. Februar in The Slaughtered Lamb in London. Wir arbeiten an einer Tour und sobald ich alle Details habe, werdet ihr das auch!

Danke für das Interview.