TUYS: „Reality Management Ltd.“ stellt essentielle Frage mit abwechslungsreichem Sound – Review

Foto: Shade Cumini

Was ist Wahrheit? Eine gar nicht so leichte Frage. Nun, jedenfalls gibt es so manch eine Person, die sich in die für sie gerade passende, ganz persönliche Wahrheit flüchtet.

Diesem Gedanken, dass man sich diejenige Wahrheit, die einem momentan am besten zusagt, auf Anfrage wie eine Dienstleistung bestellen kann, widmet sich das neue, elf Tracks starke Album „Reality Management Ltd.“ des aufstrebenden Newcomer-Quartetts TUYS aus Luxemburg. Diese leben mittlerweile in Berlin und haben schon im Vorprogramm von so namhaften Bands wie The 1975 und Everything Everything und auf Festivals wie dem MS Dockville sowie dem Reeperbahn Festival gespielt.

Ihre neue Platte startet mit dem cinematischen „Title Sequence“, was eine Kombination aus – teilweise gespenstisch anmutenden – Synthies und orchestral-dramatischen Elementen bietet.

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Das passt zu dem Konzept, dass die Songs auf „Reality Management Ltd.“ nicht durch „herkömmliche“ Musikvideos begleitet werden, sondern durch Kurzfilme, die alle eine Geschichte zu erzählen haben. Thematisch zieht sich bei den Stücken des Albums, die 2020 geschrieben wurden die Frage durch: was ist real? So etwas bringt üblicherweise Verwirrung mit sich, was die Kombination tanzbarer und ansteckender Elektropop mit aggressivem Rock und sogar orientalisch anmutenden Elementen von „Open Ears On A Straitjacket Party“ überzeugend interpretiert.

„Historic Lies“ vereint unbeschwert, tanzbar aber genauso eine düstere Komponente, außerdem einen Chorus, der hängen bleibt und sollte auch Fans der Band Low Island zusagen. Letzteres gilt übrigens ebenso für den nachfolgenden, energiegeladenen und zum Abzappeln geeigneten (Elektro-)Pop-Rock-Track „Yellow Ether“, der zu den persönlichen Favoriten hier gehört.

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Das atmosphärische „Yes, I’m Right“ reduziert das Tempo wieder ein wenig und präsentiert einen „offenen Schluss“. „The Romantic Role“ fällt mit einer Mischung aus verträumt, verspielt und nicht vorhersehbar auf während „Look Alive“ wieder energischer, rockiger und kraftvoller daherkommt. „Everyday Soleil“ macht seinem Titel alle Ehre, denn er lässt mit seiner unbeschwert anmutenden, schwungvollen Art musikalisch tatsächlich „die Sonne scheinen“. Und die positive Stimmung setzt sich beim verträumten „Out Of The Blue“ gerade so fort.

Da nach Sonnenschein üblicherweise irgendwann auch mal wieder Regen kommen muss geht es beim nachfolgenden „How To Breathe Underwater“ dann auch etwas düsterer und aggressiver zu.

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Mit „Halcyon Days“ endet die Platte, was soviel heißt wie „glückliche Tage“. Doch so wirklich hoffnungsvoll und eindeutig positiv scheint bei dem Song nicht in die Zukunft geschaut zu werden. Oder doch? Denn da gibt es auch Textzeilen wie „The rain comes up to us, before it turns to move on“. Könnte man interpretieren als: man muss sich zunächst den schlechten Zeiten stellen, bevor die dann auch wieder an einem vorbeiziehen. Darf jeder gerne für sich selbst auslegen.

Fazit: Über mangelnde Abwechslung fürs Ohr kann man sich beim neuen Album „Reality Management Ltd.“ von TUYS nicht beklagen. Auf jeden Fall hörenswert!

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