Vor vier Jahren ging der schon vorgestellte Sänger Ben Haenow als Gewinner der britischen Ausgabe der Castingshow ‚The X Factor’ hervor. Seine Siegersingle „Something I Need“, eine Coverversion des Hits von OneRepublic, erreichte dann auch Platz Eins der britischen Charts.

Ein Plattenvertrag mit Syco, dem Label von ‚X Factor’-Jurymitglied und Musikproduzent Simon Cowell (von manchen auch als „britischer Dieter Bohlen“ bezeichnet) folgte. Dieser war zugleich Ben Haenows Mentor in der Show. Kurz nach Veröffentlichung seines erfolgreichen selbstbetitelten Debütalbums wurde der Sänger von dem Label aber bereits wieder fallengelassen.

Davon ließ sich dieser jedoch nicht entmutigen und verfolgt seine Musikkarriere mittlerweile als Independent-Künstler weiter. Als solcher hat er gerade sein zweites Album „Alive“ (hier auf Spotify) veröffentlicht.

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Im Interview mit music-allnew.com spricht Ben Haenow über seine neue Musik, seine Erfahrungen mit der Castingshow ‚The X Factor’ und die Trennung von Simon Cowell.

Du wurdest kurz nach dem Gewinn von ‚The X Factor’ 2014 von Syco, dem Plattenlabel von Simon Cowell fallengelassen. Wie hast du dich nach dieser Entscheidung gefühlt? 

Zunächst war es hart. Ich glaube, ich habe mich ein wenig verloren gefühlt und wollte aufgeben. Aber meine Freunde und die Familie waren während dieser Zeit eine große Unterstützung und haben mir wirklich da durch geholfen. Ich könnte jetzt nicht glücklicher sein! 

Kannst du ein wenig zu dem Grund für diese Entscheidung erzählen und hat Simon Cowell zuvor mit dir darüber gesprochen?

Das [Debüt-]Album wurde für den Verkauf mit Gold ausgezeichnet aber sie [das Plattenlabel – Anm. der Redaktion] sagten, dass sie nicht glaubten, dass das Album gut genug lief. Im Wesentlichen war es ihre Entscheidung. 

War dir sofort klar, dass du trotzdem als Independent-Artist weiter Musik machen wolltest? 

Nicht wirklich, es hat eine Weile gedauert, danach wieder mein Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich die Liebe für die Musik verloren hatte und eine kleine Pause benötigte.

Wenn du zurückschaust und mit dem was du heute weißt: würdest du immer noch eine Teilnahme an ,The X Factor’ in Betracht ziehen? 

Absolut, es hat mein Leben zum Besseren verändert und mir wäre es [sonst] nicht möglich, eine Musikkarriere weiterzuverfolgen. Die Chancen und Kontakte, die sich daraus für mich ergaben waren wirklich hilfreich.

Welchen Rat würdest du anderen Musikern/-innen geben, die das Gleiche versuchen wollen, um sich die Tür in die Musikindustrie zu öffnen? 

Ich würde sagen, dass es eine tolle Plattform ist. Aber es geht darum, was du damit anfängst, wenn die Lichter ausgehen. Es ist eine harte Industrie und dieser Weg ist besonders hart aber wenn man mit den Rückschlägen wie auch mit dem Lob umgehen kann, würde ich sagen, dass man es versuchen sollte.

Am 25. Mai ist dein zweites Album „Alive“ herausgekommen. Wie hat sich dein Sound von deinem Debütalbum bis zu deinem neuen Album verändert?  

Auf diesem Album gibt es definitiv weniger Balladen. Und der Sound wurde auch ein wenig rockiger und kantiger aufgenommen als beim ersten Album. Ich finde, dass der Sound und die Texte insgesamt viel ehrlicher sind und mir mehr entsprechen.

Hast du einen Lieblingssong auf dem neuen Album? Wenn ja, welcher ist es und warum? 

„Rising“ ist einer meiner Favoriten. Es geht darin um meine Frau und der Song wurde auf unserer Hochzeit gespielt, daher ist es für uns ein ganz besonderes Lied.

Wie sehen deine musikalischen Pläne für die Zukunft aus? Gibt es irgendwelche Pläne für eine europäische Tour die Deutschland beinhaltet? 

Ich würde es LIEBEN, in Europa herumzureisen und es wäre unglaublich, nach Deutschland zu kommen! Ihr habt eine großartige Musikszene! Ich hoffe, gegen Ende des Jahres auf Tour zu gehen und es wäre ein Traum, nach Europa zu kommen.