Dempsey Bolton: „Backup“ oder: besser „Reserve“ als gar nichts?

Foto: Courtesy of the artist

Es gibt Songs, bei denen man das Gefühl hat, sie seien nach einer Art „Hit-Abhakliste“ einfach so „runtergeschrieben“ worden. Da scheint es auch relativ „Wurst“ zu sein, ob der Text tatsächlich etwas auszusagen hat und noch weniger, ob die Lyrics und die Musik eine Sinn machende Einheit ergeben.

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Dann gibt es diejenigen Werke, denen man es anmerkt, dass sich der/die Künstler*in beim Schreiben und dem Zusammenspiel mit dem Sound wirklich Gedanken gemacht hat. Die neue Pop-R&B-Single „Backup“ des aufstrebenden kanadischen Sängers und Songschreibers Dempsey Bolton – hier schon mehrfach gefeaturet ist solch ein Fall.

Das heißt aber nicht zugleich, dass sich das chillige, sich von seiner Soundintensität bis zum Ende hin steigernde Lied nur zum stückchenweise „auseinandernehmen“ und analysieren eignet. Es bietet auch den perfekten Vibe, um einfach „nur“ als Soundtrack bei einer Nachfahrt zu funktionieren.

Wenn man schon die Analyse angesprochen hat, muss man konsequenterweise auch ein paar Worte hierzu verlieren. Inhaltlich ist der Track dabei jedem/jeder gewidmet, der/die in einer Beziehung schon einmal als eine Art „Warmhalter/in“ fungierte aber irgendwie trotzdem noch Hoffnung hatte. Wie Dempsey Bolton verriet, „spricht [der Song] Erfahrungen an, die einen großen Einfluss auf mich hatten / mich darüber aufklärten, wie ich mich benehmen wollte. Angefangen darüber, geghostet worden oder auf ,gelesen‘ gelassen worden zu sein bis hin zu einem noch größeren Interesse an jemandem, weil die Person mit den eigenen Gefühlen spielt, dreht sich alles um Menschen, die einem nur dann Aufmerksamkeit schenken, wenn es für sie vorteilhaft ist.“

Er fuhr fort: „Ich hasse das und bin wirklich froh, dass ich schon eine ganze Weile aus diesem Kreislauf draußen bin. Aber genauso wie in ,Backup’ ist es im wirklichen Leben nicht so einfach, das zu erkennen oder dem zu entfliehen.“

Der Text gibt dann auch zu verstehen, dass der „Protagonist“ lieber als „Warmhalter“ dienen möchte, als die andere Person komplett zu verlieren. Insbesondere das Arrangement und der Beat im Chorus sollen dann auch die Energie einer solchen – mit Absicht hinausgezögerten – Nachtfahrt widerspiegeln. In diesem Fall gehe es nämlich um mehr. In der Story des Songs wird die Herzensdame mit dem Auto nach Hause gefahren und extra der längere Weg gewählt sowie jede einzelne rote Ampel willkommen geheißen. Das wiederum drücke die Angst davor aus, die bewusste Dame vielleicht nicht mehr wieder zu sehen, wenn das Auto sein Ziel erreicht hat. „Backup“ von Dempsey Bolton sollte man seinen Ohren auf jeden Fall gönnen!

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