LWFLD: „Bleeding“ über häusliche Gewalt ist nichts für schwache Nerven

Foto: Courtesy of the artists

„Jeden dritten Tag stirbt hierzulande eine Frau durch Gewalt in der Partnerschaft“, so eine im November letzten Jahres ausgestrahlte ZDF-Dokumentation (WISO) zum Thema Häusliche Gewalt. Diese schockierenden Zahlen ergeben sich aus der Kriminalstatistik aus dem Jahr 2019, wobei vermutet wird, dass die Corona-Zeit mit ihren psychischen Belastungen und den entsprechenden Ausgangsbeschränkungen noch zu einer Verschärfung des Problems geführt hat. Dass viele Frauenhäuser in diversen Bundesländern Medienberichten zufolge wegen Überlastung sogar schon viele Frauen in Not ablehnen mussten, spricht nicht gerade gegen eine solche Vermutung.

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Einem Bericht der ,Süddeutschen Zeitung’ zufolge registrierte die Gewaltschutzambulanz an der Berliner Charité einen Anstieg von häuslicher Gewalt im zweiten Lockdown mit zudem schwereren Verletzungen. Mehrheitlich betroffen seien Frauen gewesen, wobei es eine Anhäufung bei den 30 bis 39-Jährigen gebe.

Nun wird das Thema Häusliche Gewalt immer noch als Tabuthema angesehen mit einer entsprechend hohen Dunkelziffer. Viele Frauen trauen sich nämlich aus Angst vor weiterer Gewalt, aus Scham oder auch finanzieller Abhängigkeit vom Partner nicht, ihren Peiniger anzuzeigen. Zudem suchen viele Frauen die Schuld für die Gewalt absurderweise immer noch bei sich – und die an einem starken Minderwertigkeitskomplex leidenden Täter bekräftigen sie natürlicherweise noch in dieser Meinung.

Diesem nicht gerade leicht verdaulichen aber wichtigen Thema haben sich jetzt die aufstrebenden Indie-Rock-Newcomer LWFLD aus Kassel mit ihrer neuen intensiven, dramatischen und rockig-düsteren Single „Bleeding“ angenommen. Nach einem Jahr Zwangspause – zuletzt wurde die Band hier mit ihrem Song „At Night“ vorgestellt – und dem Abgang des Gründungsmitglieds Justus Engelke melden sie sich damit in neuer Besetzung und mit einem neuen Sound, der von YUNGBLUD, Machine Gun Kelly und Twenty One Pilots inspiriert ist stark zurück.

Der Begriff „intensiv“ gilt auch für das dazugehörige Video. Das ist nämlich nichts für schwache Nerven und all diejenigen, die kein Blut sehen können. Auch denjenigen, die mit dem Thema Häusliche Gewalt generell Probleme haben, wird hier zur Vorsicht angeraten.

Zum Hintergrund des Tracks – der erste aus ihrer bald erscheinenden EP – erklärte LWFLD-Sänger Lenni Kraus gegenüber music-allnew.com: „In ,Bleeding’ geht es um das Thema Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen. Ich schlüpfe dabei in die Rolle der misshandelten Frau, die Angst hat, gleich von ihrem wütenden und aggressiven Mann umgebracht zu werden. Im Laufe des Songs wird ihr klar, dass sie sich gegen ihn wehren muss, weil sie eben nicht sterben will. Ausgang offen.“ Diese Angst wird insbesondere im eingängigen Chorus sehr überzeugend vermittelt und mit der sich steigernden Panik steigert sich auch die Dramatik des Stücks. Ein unbedingt hörenswerter Song inklusive sehenswertem Clip für alle, die es können!

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